Wann verfallen Meilen und Hotelpunkte? Sieben Programme im ehrlichen Vergleich
„Punkte verfallen nach drei Jahren“ klingt wie eine klare Regel. In der Praxis stecken dahinter drei völlig verschiedene Modelle: feste Verfallsblöcke, eine Uhr seit der letzten Aktivität oder ein derzeit ausgesetzter Verfall. Wer nur die Zahl merkt, kann trotz kleiner Kontobewegung alles verlieren – oder unnötig Punkte kaufen, obwohl eine kostenlose Aktivität gereicht hätte.
Die drei Modelle
- Fester Verfall: Jede Meilengutschrift trägt ihre eigene Uhr. Spätere Aktivität rettet ältere Blöcke nicht automatisch.
- Inaktivitätsregel: Eine qualifizierende Aktivität setzt die Uhr für den Bestand zurück.
- Temporäre Aussetzung: Die normale Regel existiert weiter, wird aber bis zu einem Stichtag nicht angewendet.
Miles & More: feste 36 Monate plus Quartalslogik
Nach den Teilnahmebedingungen verfallen Meilen, wenn sie nicht innerhalb von 36 Monaten ab dem zugrunde liegenden Ereignis eingelöst werden, am Ende des darauffolgenden Quartals. Das ist keine einfache Inaktivitätsuhr. Eine neue kleine Gutschrift verschiebt ältere Meilenblöcke nicht automatisch. Schutz durch Status oder bestimmte Karten hängt von den jeweils geltenden Bedingungen ab; entscheidend ist die konkrete Ablaufanzeige im Konto.
British Airways Avios: Aktivität hält den gesamten Bestand am Leben
British Airways formuliert die Regel deutlich anders: Solange mindestens ein Avios innerhalb von 36 Monaten gesammelt, ausgegeben, gekauft oder geteilt wird, verfallen die Avios nicht. Drei Jahre ganz ohne Aktivität führen zum Verfall. Bei Household Accounts muss jedes Mitglied seine eigene Aktivität im Blick behalten.
Flying Blue: neue 24 Monate – aber nicht in Deutschland
Seit 4. Mai 2026 gilt in vielen Märkten eine gemeinsame 24-Monats-Uhr für alle Meilen; jede berechtigte Flug- oder Partneraktivität verlängert den gesamten Bestand. Die offizielle Mitteilung nennt Deutschland ausdrücklich als Ausnahme: Hier bleiben die aktuellen Gültigkeitsbedingungen von drei Jahren bestehen. Details und persönliches Datum deshalb direkt im deutschen Konto prüfen. Der Deutschland-Check erklärt die Abweichung.
Aeroplan: normale 18 Monate, aber Pause bis 30. November
Die normale Aeroplan-Regel sieht Verfall nach 18 Monaten ohne Aktivität vor. Gleichzeitig hat Air Canada den Punkteverfall bis 30. November 2026 ausgesetzt. Bis 29. November bleiben Punkte erhalten, die sonst verfallen wären; ab dem 30. November greift die normale Regel wieder. Eine sichere qualifizierende Earn- oder Redeem-Aktivität vor dem Stichtag ist deshalb der konservative Weg. Details stehen im Aeroplan-Fristencheck.
Emirates Skywards: drei Jahre und der Geburtsmonat
Skywards-Meilen sind grundsätzlich drei Jahre ab Flug oder Partnertransaktion gültig und verfallen anschließend am letzten Tag des relevanten Geburtsmonats. Neue Aktivität setzt diese Uhr nicht pauschal für alte Meilen zurück. Emirates bietet für bald verfallende beziehungsweise kürzlich verfallene Meilen kostenpflichtige Optionen, deren Preis vor Nutzung gegen den echten Einlösewert gerechnet werden sollte.
Marriott Bonvoy: 24 Monate, aber nicht jede Bewegung zählt
Nach 24 Monaten Inaktivität verfällt der gesamte Punktebestand. Sammeln, Einlösen oder Punkte kaufen hält das Konto aktiv. Reines Verschenken oder Übertragen – sowohl senden als auch empfangen – zählt laut Bedingungen dagegen nicht. Lifetime-Elite-Konten sind derzeit von der Verfallsregel ausgenommen, wobei Marriott sich Änderungen vorbehält.
Hilton Honors: 24 Monate Inaktivität
Hilton nennt ebenfalls 24 Monate. Offizielle Hilfeseiten führen Hotelaufenthalte, Kreditkartenumsätze, Partneraktivität, Einlösen, Kaufen oder Spenden als Wege zur Aktivhaltung auf. Verlasse dich trotzdem auf eine gebuchte oder gebuchte und verbuchte Transaktion statt auf eine bloße Promo-Registrierung in letzter Minute.
Der sichere Ablauf
- Im offiziellen Konto Ablaufdatum und letzte verbuchte Aktivität prüfen.
- Programmmodell bestimmen: fester Block, Inaktivität oder Aussetzung.
- Nur eine offiziell qualifizierende, wirtschaftlich sinnvolle Aktivität wählen.
- Ausreichend Puffer für die Verbuchung lassen; ein Kauf am letzten Abend ist kein Plan.
- Vorher und nachher Beleg, Kontoverlauf und neues Ablaufdatum sichern.
Fazit
Die gefährlichste Annahme lautet, jede kleine Bewegung verlängere jeden Bestand. Bei Avios kann Aktivität die Uhr zurücksetzen; bei Miles & More und Emirates laufen Meilenblöcke grundsätzlich weiter. Flying Blue hat 2026 vereinfacht, Deutschland aber ausgenommen. Aeroplan ist aktuell besonders zeitkritisch, weil die Aussetzung am 30. November endet. Die Regel gewinnt immer gegen die Erinnerung.
Offizielle Quellen, geprüft am 20. August 2026: Miles & More Teilnahmebedingungen, British Airways — Avios expiry, Flying Blue — neue Gültigkeit, Aeroplan — Aussetzung bis 30.11.2026, Aeroplan — normale Inaktivitätsregel, Emirates Skywards Programmregeln, Marriott Bonvoy Bedingungen, Hilton Honors Punktehilfe. Es gelten Kontostand und aktuelle Anbieterbedingungen.