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Senator: Wie ich es wurde – und was es mir wirklich bringt

14. Juli 2026 · 3 Min. · von Marco
Redaktioneller Stand 14. Juli 20268 Quellen

Seit Jahren fliege ich als Lufthansa Senator, und die Frage, die ich am häufigsten höre, lautet: Lohnt sich das? Die ehrliche Antwort beginnt mit der Rechnung: Seit 2024 zählen nicht mehr Statusmeilen, sondern Points und Qualifying Points — und Senator verlangt 2.000 Points sowie mindestens 1.000 Qualifying Points pro Kalenderjahr.

Die Rechnung, die wirklich zählt

Das Wichtigste zuerst, weil es die meisten unterschätzen: Von den 2.000 Points, die für Senator nötig sind, müssen mindestens 1.000 als Qualifying Points aus Flügen der Lufthansa Group stammen — Lufthansa, SWISS, Austrian, Brussels, Discover, LOT, Air Dolomiti, Croatia, Luxair, Eurowings. Reine Star-Alliance-Partnerflüge, etwa mit United oder Thai, bringen zwar Points, aber null Qualifying Points. Man kann sich also nicht allein über billige Partner-Economy-Strecken zum Senator fliegen.

StreckeEconomyPremium EconomyBusinessFirst
Kontinental20204040
Interkontinental6080200400

Werte pro Flugsegment, einfache Strecke. Seit dem 1. Januar 2026 zählt ein interkontinentales First-Class-Segment 400 statt vorher 300 Points/Qualifying Points — das reine Reisedatum entscheidet, nicht das Buchungsdatum. Und vom 1. Juni bis 31. August 2026 gibt es auf allen Premium-Economy-Flügen von Austrian, Brussels, Discover, ITA, LOT, Lufthansa und SWISS automatisch 120 statt 80 Points je Segment, ohne Anmeldung.

Der günstigste Weg, den ich kenne

Rein rechnerisch ist der günstigste Hebel klar: kurze Business-Class-Strecken auf Lufthansa-Group-Metal oder anderen Star-Alliance-Airlines, weil Business fünfmal so viele Points bringt wie Economy auf der Kontinental-Schiene (40 gegenüber 20) — und weil einzelne günstige interkontinentale Business-Fares, etwa Richtung Naher Osten, schon die 200er-Rate pro Segment auslösen. Wer gezielt nach solchen Fares sucht, landet für einen dedizierten Senator-Run heute realistisch im niedrigen bis mittleren vierstelligen Euro-Bereich — nicht in den fünfstelligen Summen, die manche alten Blogposts suggerieren, aber auch nicht umsonst. Konkrete Routen und Preise ändern sich zu schnell, um sie hier seriös zu nennen; ich würde jede Fare, die man dafür findet, vor der Buchung selbst gegenprüfen.

Was mir Senator konkret bringt

Zugang zur Senator-/Star-Alliance-Gold-Lounge, First-Class-Check-in am Schalter, Priority Boarding, zwei Upgrade-eVouchers bei Erreichen des Status und noch einmal zwei bei jeder Verlängerung, eine eigene Senator-Hotline, unbegrenzte Meilengültigkeit, die Lufthansa-Senator-Kreditkarte, ein 50 % günstigerer Begleit-Award und die typischen Star-Alliance-Gold-Vorteile: mehr Freigepäck, Fast-Track-Spuren, höhere Wartelisten-Priorität und eine Buchungsgarantie auf ausgebuchten Flügen bis 48 Stunden vor Abflug. Das automatisch mitgelieferte Marriott-Bonvoy-Gold-Elite ist für mich persönlich ein Nullum — ich halte Bonvoy Lifetime Platinum ohnehin über echte Hotelaufenthalte.

Wo es mich ehrlich enttäuscht

Der First-Class-Check-in-Schalter fühlt sich First-Class-adjacent an — aber Senator kommt nicht in die First-Class-Lounges oder das First-Class-Terminal in Frankfurt oder München hinein. Das bleibt First-Class-Tickets und HON-Circle-Mitgliedern vorbehalten. Als reiner Senator sitzt man in der Senator-Lounge, spürbar unterhalb des First-Class-Niveaus. Einmalig hineinkommt man erst über einen Extra-Benefit-Gutschein, den es laut offizieller Staffelung ab 5.500 Qualifying Points im Jahr gibt — mehr als das Fünffache der Mindestschwelle für Senator selbst. Und die zwei Upgrade-Vouchers pro Jahr sind kein Automatismus: Lufthansa selbst schreibt, die Einlösung hänge von erwarteter Verfügbarkeit ab, ein Langstrecken-Upgrade kann ein bis drei Voucher kosten — meine zwei Voucher pro Jahr reichen oft nicht einmal für ein einziges Hin-und-zurück-Upgrade auf der Langstrecke.

Wie lange der Status hält

Immerhin ist das System seit 2024 großzügiger geworden: Wer Senator in einem Jahr erreicht oder verlängert, behält den Status bis Ende Februar des übernächsten Jahres — je nach Erreichungszeitpunkt sind das realistisch 14 bis 26 Monate, kein starres Kalenderjahr mehr.

Lohnt es sich?

Für mich ja, aber nicht wegen der First-Class-Illusion — die bekommt man als Senator ohnehin nicht geboten. Der eigentliche Wert liegt in der Summe der kleinen Dinge: Lounge, Priority-Everything, Buchungsgarantie, Begleit-Award. Ob sich der Aufwand für dich rechnet, hängt komplett davon ab, wie deine reale Flugstrecke im Jahr aussieht.

AwardLevel-Tipp: Trag deine geplanten Flüge in den Status-Rechner ein und sieh in Sekunden, wie nah du an die 2.000 Points und 1.000 Qualifying Points für Senator kommst — inklusive der First-Class-400er-Rate und der Premium-Economy-Sommeraktion 2026.

Quellen (offiziell): Miles & More — Vorteile für Vielfliegende (Statusstufen), Miles & More — Mit Points zum Vielfliegerstatus, Miles & More — Premium-Economy-Sommeraktion 2026, Miles & More — Senator-Status, Miles & More — Upgrade eVoucher, Miles & More — Extra Benefits, Miles & More — Gültigkeit des Status, Star Alliance — Benefits and Privileges. Werte vor Buchung gegen die offiziellen Bedingungen prüfen.

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