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Air Canada Aeroplan: der flexible Star-Alliance-Award-Chart

5. Juni 2026 · 6 Min. · von Marco

Aeroplan ist das Vielfliegerprogramm von Air Canada und einer der vielseitigsten Wege, Star-Alliance-Flüge mit Punkten zu buchen. Der Reiz liegt in drei Dingen: eine distanzbasierte Award-Tabelle, eine ungewöhnlich großzügige Stopover-Regel und die Tatsache, dass Aeroplan auf den meisten Partnern keine Treibstoffzuschläge durchreicht. Für DACH-Reisende gibt es allerdings einen Haken beim Sammeln – und seit 2025 auch eine Schwäche, die man kennen muss. Dieser Guide ordnet ein, ohne zu beschönigen. Stand 30. September 2025, Konditionen können sich ändern.

Wie der Award-Chart funktioniert

Aeroplan teilt die Welt in vier Zonen ein: Nordamerika, Südamerika, Atlantik und Pazifik. Der Preis eines Award-Fluges richtet sich nach der tatsächlich geflogenen Distanz zwischen Start und Ziel und nach der Zonen-Kombination. Innerhalb einer Zone und über Zonengrenzen hinweg gibt es Distanzbänder – je weiter, desto mehr Punkte. Das Prinzip ist transparent: Man kann vor der Buchung selbst nachrechnen, was eine Strecke kosten sollte. Für die meisten Star-Alliance-Partner – etwa Lufthansa, SWISS, Austrian, TAP oder Brussels Airlines – gelten weiterhin feste, distanzbasierte Preise. Nordamerika–Europa in Economy beginnt bei rund 35.000 Punkten, Business ab etwa 60.000 Punkten pro Strecke (Stand 2025, kann sich ändern). Wichtig: Air Canada selbst und sieben „Select Partner“ werden dagegen dynamisch bepreist – dazu unten mehr.

Die zwei großen Stärken: Stopover und keine Zuschläge

Zwei Regeln machen Aeroplan für planvolle Reisende attraktiv. Erstens der Stopover: Auf einer One-Way-Buchung lässt sich ein Stopover (mehr als 24 Stunden Aufenthalt) für nur 5.000 zusätzliche Punkte einbauen. Aus einem Flug nach Asien wird so ein Zwei-Städte-Trip mit Zwischenstopp etwa in Istanbul oder Singapur – gegen einen sehr geringen Aufpreis. Zweitens reicht Aeroplan auf den meisten Partnern keine Treibstoffzuschläge durch. Das ist ein echter Unterschied: Wer dieselbe Lufthansa- oder SWISS-Maschine über deren eigenes Programm bucht, zahlt teils hohe Zuschläge; über Aeroplan fallen in der Regel nur Steuern, Gebühren und eine Partnergebühr von rund 39 CAD an. Das macht europäische Premium-Airlines mit ihrem sonst zuschlagsstarken Metall plötzlich bezahlbar.

Kernrat: Aeroplan reicht auf den meisten Partnern KEINE Treibstoffzuschläge durch – das ist der größte Hebel gegenüber Programmen wie British Airways Avios oder Emirates Skywards, die hohe Zuschläge weitergeben. Trotzdem gilt: Rechne vor jeder Buchung den konkreten Preis und die anfallenden Steuern selbst durch. Seit März 2025 sind United, Emirates, Etihad und flydubai dynamisch bepreist und damit oft teurer als der alte Chart suggeriert. Das ist keine Rechts- oder Finanzberatung.

Sweet Spots für Europa-Reisende

Aeroplan glänzt dort, wo zuschlagsstarke Airlines auf gute Verfügbarkeit treffen. Die folgenden Konstellationen sind für DACH-Reisende besonders interessant (Stand 2025, Preise und Verfügbarkeit ändern sich):

Sammeln aus dem DACH-Raum – der ehrliche Teil

Hier wird es für Deutschland, Österreich und die Schweiz unbequem. Einen direkten Amex-Membership-Rewards-Transfer zu Aeroplan gibt es im DACH-Raum nicht (Stand 2026). Auch die in Nordamerika üblichen Aeroplan-Kreditkarten und Transfergeber wie Chase oder Capital One stehen hier praktisch nicht zur Verfügung. Der realistische Weg führt über zwei Kanäle: erstens Marriott Bonvoy, das im Verhältnis 3:1 zu Aeroplan transferiert (mit einem Bonus von 5.000 Meilen je 60.000 übertragener Bonvoy-Punkte). Zweitens das direkte Sammeln durch Partnerflüge in der Star Alliance, deren Meilen man Aeroplan gutschreiben lässt. Wer Aeroplan aus dem DACH-Raum füttern will, sollte Bonvoy als Hub einplanen statt auf eine direkte Amex-Brücke zu hoffen.

Status, Buchung und die Schwächen

Aeroplan kennt fünf Statusstufen: 25K, 35K, 50K, 75K und Super Elite, qualifiziert über Status Qualifying Credits. Für Gelegenheits- und Award-Reisende aus dem DACH-Raum ist Status meist zweitrangig – der Nutzen liegt im Einlösen, nicht im Vielfliegen mit Air Canada. Gebucht wird komfortabel online über aircanada.com; viele Partnerflüge sind dort direkt sicht- und buchbar, was Aeroplan von vielen Programmen positiv abhebt. Die ehrlichen Schwächen: Seit dem 25. März 2025 sind sieben „Select Partner“ – United, Emirates, Etihad, flydubai sowie drei kanadische Regionalairlines – dynamisch bepreist; gerade United-Awards sind dadurch oft deutlich teurer als früher und der „ab“-Preis aus dem Chart wird selten erreicht. Air-Canada-eigene Flüge werden ebenfalls dynamisch und mit eigenen Zuschlägen bepreist. Und das Sammeln aus dem DACH-Raum bleibt umständlich. Aeroplan ist stark beim Einlösen auf den klassischen distanzbasierten Partnern – als alleinige Sammelwährung in Mitteleuropa ist es weniger geeignet.

Quellen (Stand September 2025, Konditionen können sich ändern):

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