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Round-the-World mit Meilen: einmal um die Welt clever buchen

9. Juni 2026 · 7 Min. · von Marco

Einmal um die Welt – mit einem einzigen Award-Ticket, mehreren Stopps und nur einem Meilenkonto: Das klingt nach dem ultimativen Meilen-Coup. Die Realität 2025 ist nüchterner. Der beliebteste RTW-Award, ANAs Star-Alliance-Tarif, nimmt seit dem 24. Juni 2025 keine Neubuchungen mehr an. Was bleibt, ist vor allem die oneworld-Welt und eine Handvoll teurer Alternativen. Dieser Guide zeigt, welche Programme RTW noch zulassen, nach welchen Regeln sie funktionieren und wo die echten Fallstricke liegen. Stand der Konditionen: Dezember 2025 – Award-Programme ändern sich schnell, rechne also immer selbst nach.

Was ein RTW-Award überhaupt ist

Ein Round-the-World-Award ist kein normales Hin-und-zurück-Ticket, sondern eine durchgehende Reise in eine Richtung um den Globus: Du fliegst entweder konsequent von Ost nach West oder von West nach Ost, überquerst sowohl den Atlantik als auch den Pazifik genau einmal und endest in dem Land, in dem du gestartet bist. Backtracking – also auf einer Strecke wieder zurück in die Richtung, aus der du kamst – ist nicht erlaubt. Der Reiz: Statt für jede Langstrecke einzeln Meilen auszugeben, deckst du mehrere Kontinente mit einem Award ab und darfst unterwegs an mehreren Orten Halt machen. Der Preis hängt je nach Programm an der Gesamtdistanz, an Meilenzonen oder an der Zahl der Segmente.

Welche Programme RTW 2025 noch erlauben

Die Landschaft hat sich spürbar verkleinert. Der wichtigste Wegfall: ANA Mileage Club, lange das Aushängeschild für günstige Star-Alliance-RTW-Tickets, stellt die Ausstellung neuer Round-the-World-Awards seit dem 24. Juni 2025 ein. Bereits ausgestellte Tickets bleiben bis zum Ablaufdatum gültig, neue gibt es nicht mehr. In der Star Alliance führt Lufthansa Miles & More dafür weiterhin ein eigenes, pauschal bepreistes RTW-Produkt – das „World Award Flight“: ein fester Gesamtpreis für die komplette Weltreise (195.000 Meilen in Economy, 400.000 Meilen in Business), mit bis zu sieben Stopovers, Pflicht zur Überquerung beider Ozeane je einmal und mindestens zehn Tagen zwischen dem ersten und dem letzten Langstreckenflug. Es wird also nicht pro Segment über die normale Award-Tabelle abgerechnet, ist aber nur telefonisch buchbar. Bei oneworld ist die praktikabelste Konstruktion das Qantas oneworld Classic Flight Reward.

Die Grundregeln, die fast überall gelten

Egal welches Programm: Vier Regeln tauchen immer wieder auf. Erstens die eine Richtung – du musst kontinuierlich um die Welt reisen, ohne zwischen Kontinenten hin- und herzuspringen. Zweitens die beiden Ozeane: Atlantik und Pazifik jeweils genau einmal. Drittens die Stopover-Grenze – bei Qantas oneworld sind es bis zu fünf Stopps von mehr als 24 Stunden, dazwischen zählen kürzere Aufenthalte als Transit. Viertens das Distanz- oder Segmentlimit: Qantas deckelt die Gesamtdistanz auf 35.000 Meilen und maximal 16 Flüge, darunter dürfen auch Bodensegmente (selbst überbrückte Strecken zwischen zwei Städten) liegen, die aber auf die Distanz angerechnet werden. Wer diese Leitplanken früh im Kopf hat, plant deutlich entspannter.

Planungs-Workflow: so gehst du vor

Plane rückwärts vom Engpass her: Award-Verfügbarkeit ist der knappste Rohstoff, nicht die Meilen. Lege zuerst die zwei, drei Langstrecken fest, die dir am wichtigsten sind (etwa der Pazifik-Sprung), und prüfe dort die Verfügbarkeit, bevor du den Rest drumherum baust. Skizziere die Route grob auf einer Weltkarte, achte auf die eine Richtung und die beiden Ozeane, und summiere die Distanzen, damit du unter dem Limit bleibst. Erst dann buchst du. Bei Qantas und vielen RTW-Tarifen läuft die Ausstellung ohnehin über die Telefon-Hotline, weil die Online-Tools solche Multi-Segment-Konstruktionen oft nicht abbilden. Rechne die Gesamtkosten – Meilen plus Steuern und Zuschläge – einmal komplett durch, bevor du dich festlegst. Das passende Werkzeug dafür findest du in unseren Tools, einen Überblick über die Programme unter Programme.

Kernrat: Trennticket-Risiko ernst nehmen. Bei einem echten durchgehenden RTW-Award sind alle Segmente auf einem Ticket – fällt früh ein Flug aus, muss die Airline dich umbuchen. Stückelst du die Reise dagegen in mehrere Einzel-Awards (etwa weil ein Programm keinen sauberen RTW kann), trägst du das Anschlussrisiko selbst: Bei einer verpassten Verbindung über getrennte Tickets gibt es keine Schutzpflicht. Plane Puffer von einem Tag oder mehr an Knotenpunkten ein. Dies ist keine Rechts- oder Finanzberatung; EU-Fluggastrechte (VO 261/2004) gelten für alle Abflüge aus EU/EWR (jede Airline) sowie für Ankünfte in der EU, sofern eine EU-Airline operiert.

Typische Fallstricke und ehrliche Erwartung

Der größte Stolperstein sind nicht die Regeln, sondern die Verfügbarkeit: Award-Plätze in Business sind auf vielen Langstrecken Wochen im Voraus weg, und eine RTW-Route ist nur so gut wie ihr knappstes Segment. Zweiter Punkt: Zuschläge. Qantas reicht – wie viele Airlines auf eigenem Metall – Steuern und sogenannte Carrier-Charges durch; bei einer Weltreise summiert sich das schnell auf vierstellige Eurobeträge zusätzlich zu den Meilen. Drittens Änderungen: Wer einmal gebucht hat, zahlt für spätere Umbauten oft Gebühren, und jede Routenänderung muss weiterhin alle RTW-Regeln erfüllen. Viertens das schon erwähnte Trennticket-Risiko bei gestückelten Buchungen. Ehrliche Erwartung: Ein RTW-Award ist heute eher ein Projekt für Fortgeschrittene mit Zeit und Flexibilität als ein schneller Hebel für Einsteiger. Für viele lohnt sich der nüchterne Vergleich mit zwei, drei separaten Award-Tickets mehr – rechne beide Varianten durch und entscheide nach Zahlen, nicht nach dem Reiz der Idee. Vertiefende Rechnungen findest du in unseren Analysen.

Quellen (offizielle Programmseiten und Fachmedien, abgerufen Dezember 2025):

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